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USA   –   Big Bend Nationalpark |
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Als wir nach unserer nächtlichen Ruhestörung durch die Javelinas am nächsten Morgen hinüberschlendern zu den leerstehenden Stellplätzen der Wohnmobile, entdecken wir dort einige Truthahngeier, die sich gerade mit weit ausgebreiteten Flügeln in der Morgensonne aufwärmen. Während unseres Rundgangs verfolgen sie zwar alle unsere Bewegungen mit den Augen, aber so richtig stören lassen sich die Herrscher der Lüfte durch uns nicht. Interessant ist auch, wie gesellig diese Vögel sind. Tagsüber sieht man sie oft am Himmel zu zweit oder dritt ihre Kreise ziehen, abends versammeln sie sich dann in ganzen Scharen auf hohen Bäumen, um dort oben gemeinsam die Nacht zu verbringen.
         
Uns zieht es jetzt aber hinüber in den Santa Elena Canyon, dessen Felswände auf beiden Seiten des Rio Grande fast dreihundert Meter steil in den Himmel emporragen. Dazu muss man zunächst den etwa 20 Meter breiten Terlingua Creek überqueren, der je nach Jahreszeit und Niederschlagsmenge unterschiedlich viel Wasser führt. Wir haben jedoch Glück, denn jetzt im April ist dieser kleine Nebenfluss des Rio Grande fast völlig ausgetrocknet. Auf der anderen Seite geht es dann zunächst ein Stück bergauf und dann auf schmalem Weg durch die hoch gelegene Uferböschung hinein in den Canyon, der sich immer weiter verengt, bis schließlich zwischen den himmelhoch aufragenden Felswänden und dem Fluß der Weg zu Ende ist. Falls man im Juli oder August unterwegs ist, wenn der meiste Regen fällt und der Wasserstand des Rio Grande höher ist, kann man von Lajitas oder Terlingua, zwei kleinen Siedlungen westlich des Big Bend auch mehrstündige Raftingtouren durch den Santa Elena Canyon unternehmen - mit Sicherheit ein ganz besonderes Erlebnis!
         
Trotzdem haben wir für den Besuch des Big Bend eine gute Zeit gewählt, denn März und April sind die besten Monate, um die vielen Wildblumen und Kakteen des Parks in voller Blüte zu erleben. Oft genügt schon ein einziger, ausgiebiger Regenschauer oder Gewitterregen, und die ausgetrocknete, karge Steppenlandschaft verwandelt sich über Nacht in einen blühenden Wüstengarten. Bunte Farbtupfer setzen dabei vor allem die breit gefächerten Ocotillo-Sträucher mit ihren langen, zierlich gebogenen Zweigen und leuchtendroten Blütendolden. Daneben entdecken wir auf unseren Wanderungen immer wieder ganze Flächen mit blühenden Kakteen und die großen Büsche der Desert Willow, die sich im Frühjahr über und über mit zartrosa Blüten schmückt.
 
 
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