
Wie groß diese Höhle dennoch ist, erkennt man erst, wenn man oben ist - eine kreisrunde, natürliche Felsenöffnung mit hohem Deckengewölbe und einem etwas unebenen, von Kieseln und Steinblöcken übersäten Felsboden. Hinten an der Wand erkennt man weitere große Felsspalten und darüber eine Reihe runder Löcher, die wohl auch zur Befestigung von Holzbalken verwendet wurden. Ganz vorne, am Rande der Höhle, befindet sich schließlich die kleine, gemauerte Kiva, in der früher wohl religiöse Zeremonien abgehalten wurden, so wie es viele Pueblostämme auch heute noch tun. Von hier aus hatte man aber auch einen phantastischen Blick hinunter ins Tal, so dass diese Höhle vielleicht neben religiösen auch strategischen Zwecken diente.
        
Interessant ist übrigens auch, dass es auf dem über 130 Quadratkilometer großen Gelände des Bandelier National Monument noch viele, viele weitere Ruinenstätten gibt, zwischen 3.000 bis 8.000 schätzt man, die meisten davon noch völlig unberührt und versteckt unter dichter Vegetation in abgelegenen und nur schwer erreichbaren Wildnisgebieten. Wer etwas Abenteuerlust, Kompass oder GPS und gute topographische Karten mitbringt, kann einige dieser Ruinen wie das Yapashi Pueblo oder die Painted Cave über längere Querfeldeinwanderungen erreichen. Allerdings sollte man bei der Erkundung dieser Ruinenstätten immer daran denken, dass viele dieser Orte auch heute noch von den Indianerstämmen der Umgebung als heilige Orte betrachtet werden, an denen gelegentlich religiöse Handlungen oder Zeremonien stattfinden.

Neben solchen Trekkingtouren in das wilde Hinterland lohnt sich auch ein Besuch der ebenfalls zum Bandelier National Monument gehörenden, aber weiter entfernt liegenden Ruinen von Tsankawi, die einen ganz anderen Charakter besitzen, aber auch eine anschließende Rundfahrt durch die schöne bewaldete Bergregion der Jemez Mountains mit Abstechern zum Jemez State Monument, einer alten spanischen Missionsstation aus dem Jahr 1622 und zu den Kalksinterterassen des Soda Dam (mehr dazu gleich hier bei den Infos). Und wenn es ganz, ganz heiß ist wie hier, als wir im Hochsommer durch die Ruinen marschiert sind, kann man natürlich auch erst mal eine lange Siesta im Schatten einlegen und dann oben auf dem kleinen Campingplatz im Wald übernachten. Dort, zwischen all den schönen Wacholderbäumen, ist es nachts nicht nur wunderbar ruhig, sondern auch erfrischend kühl :-)

 
 
  Fotos Bandelier NM Teil 1    
 
 
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