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Reiseführer USA – Yosemite Nationalpark


Yosemite

Yosemite as its best - Die Tioga Pass Road öffnet erst Ende Mai

Gewaltige, gischtsprühende Wasserfälle, die tosend über Felskanten in die Tiefe stürzen, steile, bis zu 1000 Meter hohe Granitfelsen, dazu eine Berglandschaft wie aus dem Bilderbuch mit klaren Gletscherseen, hochmoorähnlichen Sumpflandschaften und schneebedeckten Gipfeln - all dies und noch viel mehr findet man im Yosemite, einem der ältesten und schönsten Nationalparks der USA. ‚It is by far the grandest of all the special temples of nature I was ever permitted to enter' - mit diesen Worten beschreibt John Muir, einer der Gründungsväter des Parks sehr eindrücklich, was man als Besucher empfindet, wenn man zum ersten Mal vor diesen gewaltigen Felsbastionen steht und staunend in die Höhe blickt - senkrechte, glattpolierte Felswände aus dunkelgrauem Granit, höher und steiler als alles, was man bisher im Leben gesehen hat - gigantische Meisterwerke der Natur und eine Herausforderung für jeden Bergsteiger und Kletterer, der es sich zum Ziel gesetzt hat, diese Big Walls zu bezwingen.


Yosemite

Hohe Berge und klare Gletscherseen dominieren den Osten des Yosemite Nationalparks

Klima & Reisezeit

Innerhalb des Nationalparks gibt es große Höhen- und damit auch Klimaunterschiede. Wenn Ende Mai viele der Bergseen noch vereist sind und oben an der Tioga Pass Road das Schmelzwasser von Eis und Schnee in Bächen über die Straße läuft, ist es unten im Yosemite Valley bereits Frühling. In den Bergen sind die Winter dagegen lang und schneereich. In dieser Zeit (von Anfang/Mitte November bis Mitte/Ende Mai) sind auch einige Parkstraßen geschlossen, darunter die Glacier Point Road, die Mariposa Grove Road und die Tioga Pass Road, eine aussichtsreiche und landschaftlich sehr reizvolle Pass-Straße, die von Osten kommend die Bergkette der Sierra Nevada überquert.


Yosemite

Der Ellery Lake gehört zu den schönsten Seen des Yosemite

Der Park selbst ist ganzjährig geöffnet und durch seine Nähe zu den großen Ballungszentren San Francisco, Los Angeles und Las Vegas vor allem im Hochsommer sehr stark frequentiert. In dieser Zeit sollte man das Yosemite Valley mit seinem Stop-and-Go-Verkehr und seinem Shuttle Bus System möglichst meiden und eher auf die etwas abgelegeneren Ziele in den Bergen ausweichen. Beste Besuchszeit für den Yosemite Nationalpark ist Ende Mai/Anfang Juni zur Zeit der Schneeschmelze, wenn die Tioga Pass Road nach der langen Winterzeit wieder geöffnet ist und man die Wasserfälle in voller Pracht erleben kann. Stark besucht ist der Park auch im Winter zur Zeit der Skisaison, vor allem die Badger Pass Ski Area südlich des Yosemite Valley mit Unterkünften, Skiliften und Langlaufloipen.




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Yosemite

Frühjahr im Yosemite Nationalpark

Sehenswertes

Tioga Pass Road & Tuolumne Meadows
Die 66 Meilen lange Tioga Pass Road ist ein Teilstück des Highway 120, der vom Mono Lake östlich des Yosemite Nationalparks über die Gebirgskette der Sierra Nevada bis nach San Francisco führt. Dabei überquert die Straße, die zahlreiche landschaftliche Highlights bietet, innerhalb des Parks den 3.031 Meter hohen Tioga Pass, den höchsten Pass Kaliforniens. Im Winter ist die Tioga Road tief verschneit und für mehrere Monate gesperrt, in der Regel von Anfang November bis Ende Mai (abhängig vom Wetter). Für das Abfahren der gesamten Strecke sollte man sich (ohne ausgedehnte Wanderungen) mindestens einen halben Tag Zeit nehmen.


Yosemite

Der malerische Tenaya Lake

Vom Mono Lake kommend klettert die Straße zunächst in vielen Windungen durch den Lee Vining Canyon bergauf bis zum Ellery Lake, einem wunderschönen, von einer eindrucksvollen Hochgebirgskulisse umgebenen Gletschersee, der bis ins späte Frühjahr dicht mit Eis bedeckt ist. Weiter geht es über den Tioga Pass zu den weiten Hochflächen von Toulumn Meadows, die im Juli von unzähligen Wildblumen übersät sind. Es folgt der Tenaya Lake und schließlich der von großen Granitbouldern eingerahmte Olmstedt Point, ein schöner Aussichtspunkt auf den Tenaya Canyon und den beeindruckenden Granitfelsen des Half Dome oberhalb des Yosemite Valley.


Yosemite

Glitzernder Bergsee im Osten des Yosemite Nationalparks

Von dort aus führt die Straße dann wieder bergab und durch dichte Wälder bis zu den Crane Flats, dem Ende der Tioga Pass Road. Hier kann man dann entweder nach links abbiegen Richtung Yosemite Valley oder nach rechts in Richtung Big Oak Flat Entrance Station / San Francisco.

Entlang der Tioga Pass Road beginnen auch einige der schönsten Wanderwege des Parks, beispielsweise zu den Cathedral Lakes, zu Clouds Rest oder zum Mono Pass.


Yosemite

Gebirgsbach zur Zeit der Schneeschmelze

Yosemite Valley
Hauptanziehungspunkt des Nationalparks ist seit über einem Jahrhundert das schmale, tief eingeschnittene Yosemite Valley im Westen des Parks, dessen zahlreiche Wasserfälle besonders im Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze ein beeindruckendes Schauspiel bieten. Zu ihnen gehören die 189 Meter hohen Bridalveil Falls, die Ribbon Falls mit 491 Metern, die drei Yosemite Falls mit zusammen 739 Metern, die 181 Meter hohen Nevada Falls und schließlich die als Postkartenmotiv bekannten 97 Meter hohen Vernal Falls. Ebenso beindruckend wie diese Wasserfälle sind auch die riesigen Steilwände aus dunkelgrauem Granit, die das Tal rechts und links flankieren, darunter die über 1000 Meter hohe senkrechte Wand des El Capitan sowie der wie in der Mitte auseinandergesägte Felsen des Half Dome.


Vernal Falls

Die Gischt sprühenden Vernal Falls

Da das gesamte Tal nicht sehr groß ist, der Besucherandrang allerdings gewaltig, wurde von der Parkverwaltung ein Shuttle Bus System eingerichtet, mit dem man auch ohne Fahrzeug zu allen Unterkünften, Campingplätzen, Aussichtspunkten und Trailheads gelangt. Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, sollte innerhalb des Tals extrem vorsichtig fahren, da ständig viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind, die nur selten auf den Verkehr achten. Die Loop Road im hinteren Bereich des Tals, an der auch die beliebtesten Wanderwege des Yosemite Valley beginnen, ist übrigens für Motorfahrzeuge jeder Art gesperrt. Kurz davor gibt es auf der rechten Straßenseite noch einen kleinen Parkplatz, der sich allerdings meist schon früh am Tag füllt. Schöne Wanderungen führen von hier aus bzw. vom Trailhead in der Nähe des Bus Stop 16 (ca. ½ Meile weiter) zu den Vernal Falls (1,5 Meilen one-way), den Nevada Falls (3,4 Meilen one-way) und zum Half Dome (8,2 Meilen one-way). Die Wanderung zu den Vernal und Nevada Falls kann man auch zu einer schönen Rundtour kombinieren. Im Frühjahr sollte man sich für diese Wanderung übrigens einen Regenschutz mitnehmen, da man sonst von der starken Gischt der Wasserfälle bis auf die Haut durchnässt wird.


Bridailveil Falls           Bridailveil Falls

Die 189 Meter hohen Bridailveil Falls im Yosemite Valley








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